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Familie Nardi-Dei

 

Familie Della Dea in Chiusi

 

Im frühen 11. Jahrhundert wurde die Stadt Chiusi durch die Grafen von Chiusi Ardingo und Ranieri regiert. Gemäß einiger Quellen sollen sie die Gründer der Familie Della Dea sein. Andere Quellen schreiben, dass die Familie Della Dea von einem sekunderen Zweig der Familie Tolomei abstammt, und wieder andere bestätigen, dass ihre Wurzeln bis vor das Ende des Römischen Reichs zurückverfolgt werden können.

 

Graf Omodeo della Dea und Kaiser Friedrich II.

 

 

 

Im Jahr 1220 wurde Friedrich II. von Hohenstaufen (1154-1250) von Papst Honerius III. zum Kaiser gekrönt. Im selben Jahr führte Omodeo della Dea die Delegation an, die die Bewohner von Chiusi und eine Reihe weiterer italienischer Städte zum Kaiser entsandt haben, um ihm zu seiner Ankuft in Italien zu gratulieren. Bei dieser Gelegenheit verlieh Friedrich II. an Omodeo della Dea den Titel "Pfalzgraf" und das Privileg, den kaiserlichen Adler in seinem Wappen zu tragen, was von der Familie fortan getan wurde. Das frühere Wappen der Familie Della Dea bestand aus drei goldenen Ringen vor blauem Grund, eine Tatsache, die die Famlie auch als die Anelleschi (anello = Ring) bekannt machte.

Graf Antonio della Dea und Kaiser Karl IV.


In der Mitte des 14. Jahrhundert wurde Graf Antonio Della Dea von Chiusi als Botschafter zu Karl IV. geschickt, um die Aufmerksamkeit des Kaisers auf die Qualen seiner Stadt zu lenken, die durch Bürgerkrieg und Unterdrückung durch Feinde im Kampf um die Herrschaft erschüttert war. Nachdem er den Unstimmigkeiten unter den Bürgern beruhig hatte, und um die Unabhängigkeit von externen Feinden sicherzustellen, erklärte der Kaiser Chiusi als "kaiserliche Stadt" ohne seine Freiheiten zu beschneiden. Nachdem er einen Repräsentanten mit dem Titel "kaiserlicher Vikar" hinterließ, kehrte der Kaiser nach Deutschland zurück. Aber sobald Karl IV. Italien verlassen hatte, wurde der Vikar gestürzt und Chiusi erneut von Bürgerkriegen überschattet. Die Einwohner von Chiusi brannten den Palast nieder, der sich im Eigentum jenes Vertreters der Della Dea Familie befand, der die Ehre hatte, den Kaiser willkommen zu heißen und dem von jenem eine Vielzahl an Privilegien gewährt wurden. Ein Großteil der Aufzeichnunge der Familie und der Stadt wurden durch dieses Feuer zerstört. Die Stelle, an der einst das Gebäude stand, rechts der Kathedrale, wurde für lange Zeit "Torrione di Omodeo" genannt, benannt nach einem der Gründer der Familie Della Dea (später bekannt als "Dei"). Dies ist die offizielle Version aus Quellen rund um die Della Dea Familie. Obwohl es keine gesicherte Basis dafür gibt, haben wir Gründe für die Annahme, dass Antonio della Dea nicht wirklich ein Botschafter der Einwohner war, sondern eigenmächtig zum Kaiser gegangen ist, um im Rahmen einer der vielen Kriege zwischen verschiedenen Fraktionen um die Herrschaft über die Stadt um Hilfe zu bitten. Der Kaiser brachte die Fraktionen, die Gegner der Della Dea waren, zum Schweigen und brachte die Stadt unter direkte kaiserliche Kontrolle. Sobald die kaiserlichen Truppen jedoch die Gegend verlassen hatten, rächten sich die Bewohner der Stadt an den Della Dea.

Der Ringkrieg


Während Ser Giovanni da Filicaja die Burg Figline in der Nähe von Montaione eroberte (1452) und sie in "Al Filicaja" umbenannte, setzte Graf Damaso Dei (die Della Dea Familie wurde in dieser Zeit bereits Dei genannt) diplomatische Mittel ein, um die Stadt Perugia zu überzeugen, den Heiligen Ring an Chiusi zurückzugeben. Der Bruder des letzteren, Anton Felice Dei, Hauptgeneral der Einwohner von Chiusi erklärte Perugia schließlich den Krieg wegen Diebstahls des Rings. Der Heilige Ring war eine Reliquie, die über viele Jahre in Chiusi aufbewahrt wurde und angeblich bei der Hochzeit der Jungfrau Maria und dem Heiligen Josef zum Einsatz kam. Ein deutscher Augustinermönch, Wintero, der einst in dem Kloster lebte, wo der Ring in der Kirche San Francesco aufbewahrt wurde, stahl den Ring im Jahr 1449 und übergab ihn an Perugia. Papst Sixtus IV. schritt in diesen Krieg ein und lenkte die Aufmerksamkeit der Einwohner von Chiusi auf die wundersame Entdeckung des Körpers der Heiligen Mustiola. Dies beruhigte die brennenden Gemüter. Der Ring verblieb in Perugia wo er bis heute in der Kathedrale untergebracht ist. Die Heilige Mustiola war und ist die Schutzheilige der Stadt Chiusi; sie war eine Kusine von Kaiser Claudius, deren Verlobter Lucio durch Kaiser Aurelianus getötet wurde. Lucio war Christ und übergab ihr den Ring den Josef Maria gab, dessen Diebstahl den Krieg ausgelöst hatte.

XVI. Jahrhundert: Graf Deifobo Dei und Papst Paul III


Im Jahr 1529 erreichten die Truppen von Karl V. Montaione. Gleichzeitig gründete Ludovico da Filicaja das Kloster Bigorio in der Schweiz und Damaso Dei entwarf und veröffentlichte die neuen Statuten der Stadt Chiusi. In der Mitte des 16. Jahrhunderts verlieh Papst Paul III. an Deifebo Dei den Titel Pfalzgraf.

Graf Flaminio Dei und Madonna Porzia de'Nardi


Der erste offizielle Kontakt zwischen den Familien Dei und Nardi war zu dieser Zeit als Graf Flaminio Dei und Madonna Porzia de’ Nardi heirateten. Weitere Hochzeiten zwischen den beiden Familien folgten im Lauf der Jahrhunderte.

Flaminio Dei der "Transylvanier"


Zur gleichen Zeit als Baccio da Filicaja in Brasilien von Bord ging, wurden Flaminio Dei (1568-1630) und Silvio Piccolomini von Ferdinand I. nach Transilvanien gerufen um Kaiser Rudolf gegen die Türken zu helfen, die Ungarn bedrohten. Flaminio folgte danach Francesco de’Medici nach Mantua um Herzog Ferdinando Gonzaga im Krieg gegen Emanuel von Savoyen. Er wurde dann zur Spanischen Armee transferiert und kämpfte gemeinsam mit dem Graf von Fuentes in den Kriegen in Flamdern gegen Frankreich. Seine letzte Aufgabe war das Kommando und die Leitung der Festung von Livorno.

 

Graf Alessandro (Nardi) Dei


Graf Alessandro Dei (1750-1815) wurde in Chiusi Mitte des 18. Jahrhunderts geboren. Im Alter von einem Jahr erbte er die in Verwaltung gegebenen Besitztümer der Familie dei Nardi, einer alten Familie aus Chiusi und Siena und wurde mit den Titeln Graf von Chiusi und Patrizier von Siena bekleidet. Er wurde damit zum Grafen Alessandro Nardi-Dei, der Gründer der Familie, die immer noch in den Zweigen Nardi-Dei und Nardi-Dei da Filicaja Dotti existiert.

 

Nardi-Dei, da Filicaja und Dotti

 

Ein Enkelsohn von Graf Alessandro Nardi-Dei, Flaminio Nardi-Dei heiratete Virginia Rossi-Redi, Tochter des Grafen Luigi Rossi-Redi und Francesca da Filicaja. Die Besitztümer Al Filicaja und die Nachnamen Filicaja und Dotti wurden von Flaminios Enkelsohn geerbet, Graf Andrea Nardi-Dei (gefolgt von Filicaja Dotti). Da er das Erbe im Alter von 12 Jahren erhielt, wurden die Besitztümer in den Jahre 1932-44 durch seinen Vater Graf Alessandro Nardi-Dei verwaltet.

 
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